Freitag, 4. Oktober 2013

Rezension: Frostblüte

Titel: Frostblüte
Originalttitel: Frostfire
Autorin: Zoe Marriott
Genre: Fantasy, Jugendroman
Seitenzahl: ~ 450
Verlag: Carlsen Choice

Inhalt
Frost meidet die Nähe zu Anderen und zieht alleine durch das Land, auf der Suche nach einer Göttin. Mit Gelegenheitsarbeiten verdient sie sich unterwegs Unterkunft und Nahrung, vermeidet es aber zu lange an einem Ort zu bleiben. Diese Routine wird unterbrochen, als sie beobachtet wie ein Hirte von Räubern überfallen wird und ihr Gewissen nicht zulässt, dass sie ohne zu helfen weiterzieht. Zu ihrer Überraschung reagiert der Hirte mit Vorwürfen, statt mit Dankbarkeit und es stellt sich heraus, dass sie an Soldaten geraten ist, die den Räubern eine Falle stellen wollten. Da sie das Misstrauen der Soldaten geweckt hat, findet sich Frost bald in deren Lager wieder, verzweifelt darum bemüht ihr Geheimnis zu wahren...den Wolfsdämon in ihr, der immer dann hervorbricht, wenn sie verletzt oder in Gefahr ist und Schreckliches anrichtet.



Meinung
Frostblüte ist ein Fantasyroman abseits typischer Fantasyklischees. Die Autorin führt den Leser in eine faszinierende Welt, die sowohl skandinavische als auch asiatische Anklänge hat. Insbesondere die Beschreibung der verschiedenen Völker und ihren kulturellen Unterschieden hat mich sehr angesprochen.

Frost ist eine Figur, der man sich schnell nahe fühlt. Man taucht als Leser durch die Ich-Perspektive tief ihn ihre Gedankenwelt und ihre Emotionen ein und einige Momente haben mich sehr berührt. Das Kernthema des Romans ist die Bewältigung von Ängsten. Während man Frost näher kennenlernt und sie begleitet, lernt sie mehr und mehr mit ihren Ängsten umzugehen, sich ihnen zu stellen und daran schließlich zu wachsen. Verschiedene Fantasyelemente machen diesen Prozess deutlich und dienten meiner Meinung nach hauptsächlich dazu dem Leser zu visualisieren, was in Frost vorgeht. Dies ist eine interessante Herangehensweise und von der Autorin sehr gut umgesetzt. Da die Fantasyelemente eher dezent eingesetzt werden, eignet sich daher das Buch sicher auch für Leser, die weniger Interesse an diesem Genre haben.

Das Liebesdreieck hat mich weniger gestört als in anderen Romanen, was vor allem daran liegt, wie die Autorin ihre Figuren mit der Situation umgehen lässt. Es gibt keine unnötigen, übertriebenen Missverständnisse und Dramen. Die Handlungsweise der Figuren ist stets gut nachzuvollziehen, da alle ihre Vergangenheit haben, Altlasten mit sich herumtragen und verständliche Gründe für ihr Handeln haben.

Ein paar kleine Schwächen hat Frostblüte leider auch. Teils zog sich die Handlung an manchen Stellen etwas in die Länge, während das Ende einem schon fast wieder überhastet vorkam und von der Autorin eine – meiner Meinung nach – unnötige „Lösung“ für eines der Handlungselemente präsentiert wurde. Nichtsdestotrotz sind das in meinen Augen nur kleine Schwächen und man sollte sich dadurch nicht davon abhalten lassen diesen spannenden Roman zu lesen und Frosts großartige Entwicklung zu verfolgen. ;)


Fazit
Das größte Plus an Frostblüte waren für mich die realen Figuren, mit ihren Ängsten, ihrer Vergangenheit, ihren Sehnsüchtigen und Schwächen. Insbesondere natürlich Frost, aber auch von den anderen Figuren wirkte niemand austauschbar. Der Autorin gelingt es ein Thema, das jeden anspricht – Ängste und die Art wie Menschen damit umzugehen – geschickt in eine schöne Fantasygeschichte mit einer Prise Romantik zu verpacken und eine spannende Geschichte zu erzählen, die ich gerne weiterempfehle.

Bewertung: ★★★★☆






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