Sonntag, 24. November 2013

Rezension: Grave Witch

Titel: Grave Witch
Autorin: Kalayna Price
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Berkley UK
Seitenzahl: ~325

Inhalt
Alex Craft arbeitet und befragt als Grabhexe Tote, wenn sie von der Polizei oder Privatpersonen konsultiert wird. Leider zahlen viele Kunden nur ungern, wenn die Befragung nicht die gewünschten Antworten liefert, sodass sie oftmals pleite ist. Der Tod persönlich – Death - ist ein guter Kumpel von ihr und sie kommt durch ihre Arbeit zwangsläufig immer mal mit schwarzer Magie in Kontakt, aber als während ihres aktuellen Auftrags der zu beschwörende Geist sie angreift, kann sie sich das auch nicht erklären, da so etwas unmöglich sein sollte. Um diesen Fall aufzuklären bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich mit Detective Falin Andrews zusammen zu tun, der etwas zu verbergen scheint, jedoch nicht seine Abneigung zu Alex. Leider ist sie auf seine Hilfe angewiesen und dann ist da ja auch noch Death...  



Meinung
Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich das Cover sehr anspricht. Hin und wieder spuckt das Urban Fantasy Genre Coverdesigns aus, die nach billigem Groschenroman aussehen – das ist hier zum Glück nicht der Fall! Der Schreibstil der Autorin war angenehm, wenn auch gelegentlich für meinen Geschmack zu ausschweifend, sodass ich das Bedürfnis hatte ein paar Zeilen zu überspringen. Anfangs las sich das Buch auch wirklich super und besonders Alex Verhältnis zu Death machte mich unendlich neugierig. Zur Mitte hin verlor das Buch leider etwas an Schwung bzw. Spritzigkeit. Dies lag leider vor allem an Alex. Und wenn man anfängt die Hauptperson nervig zu finden, hat man in der Regel ein Problem.

Alex lässt sich ausnutzen (auch wenn es für Geld ist), kommt immer weinerlicher und unselbstständiger daher und irgendwann begann ich mich zu fragen, was an ihr überhaupt so toll sein soll. Schließlich musste sie ständig gerettet werden – ob nun von Falin oder Death – und dann steigt sie mit Falin ins Bett, obwohl sie bis dahin fast nur Streitgespräche hatten und sie ihn furchtbar findet (ich fand ihn übrigens auch nicht besonders sympathisch). Natürlich sieht er super aus, das erklärt natürlich alles. Wie man merkt, fällt es mir schwer hier nicht ironisch zu werden, aber leider wirkten manche Handlungsweisen von Alex extrem unlogisch und die Bettszene schien unpassend und hineingezwängt. Ich habe nichts gegen Romantik und Sex in Urban Fantasy, aber hier kam es mir fehl am Platz und unnötig vor. Bei Paranormal Romance (indem meist pro Band ein Pärchen behandelt wird) ist das eine andere Sache, aber hier handelt es sich nunmal um eine Reihe, die sich weiterhin mit Alex als Hauptfigur beschäftigen wird, wo die Romantik und alles was dazu gehört meiner Meinung nach etwas langsamer hätte anlaufen können.

Dann habe ich leider auch ein Problem mit dem Schluss. Ab einem gewissen Punkt, fiel es mir extrem schwer beim Endkampf den Beschreibungen dessen zu folgen, was Alex mit ihrer Magie machte. Ihr Bannspruch oder was immer es war, war irgendwann so verworren, dass ich keine Ahnung mehr hatte, was genau vor sich ging. Das hat dem Schluss leider Spannung genommen und aus dem Höhepunkt ein Fragezeichen im Kopf gemacht. Und dazu kam die Auflösung von Alex Verhältnis zu Death und hat mir wirklich alles verdorben. Ohne hier zu spoilern, kann ich sagen, dass die langweiligste Lösung überhaupt gewählt wurde und hier frage ich mich auch, warum überhaupt schon eine (Teil?)Lösung aufgezeigt werden musste, schließlich handelt es sich um eine Reihe und was will die Autorin denn in den Folgebänden schreiben wenn sie ausgerechnet dieses - eigentlich spannende - Element auf diese Weise vorwegnimmt?

Fazit
Ich war nach dem Lesen selber überrascht, wie wenig ich das Buch mochte, dabei klangen all die positiven Rezensionen und der Klappentext dazu so vielversprechend und gerade die Sache mit Death hat mich angelockt. Was Urban Fantasy betrifft, gibt es weitaus Besseres auf dem Markt und hier störte mich auch, dass mal wieder das UF-Patentrezept aka „Held/in immer total pleite“ angewandt wurde. Für mich hat es leider gar nicht funktioniert und Death kam so selten vor, dass es frustrierend war. Dabei hätte – richtig gemacht – das besondere Verhältnis Death/Alex richtig viel Potenzial gehabt. Leider wurde es nicht genutzt und im Zusammenhang mit den anderen Schwächen, kann ich das Buch nicht empfehlen.


 Bewertung: ★★☆☆☆


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