Freitag, 18. April 2014

Rezension: Engelslied / Nalini Singh

Titel: Engelslied
Autorin: Nalini Singh
Genre: Paranormal Romance, Urban Fantasy
Verlag: Egmont Lyx
Seitenzahl: ~ 576


Inhalt
In New York fallen plötzlich Engel vom Himmel und eine seltsame, tödliche Seuche macht sich unter den Vampiren breit. Es häufen sich Anzeichen, die auf einen Krieg hindeuten. Elena und Raphael müssen Nachforschungen anstellen, um eine Katastrophe abzuwehren und gerade Raphael darf dabei niemals Schwäche zeigen, da der Feind nur darauf wartet diese auszunutzen...




Meinung
Ich gebe es gleich zu, besonders begeistert war ich nicht, dass es in Band 6 nun wieder um Elena und Raphael geht. Seit Band 3 haben die beiden als Paar (zumindest, wenn sie in der Geschichte das Hauptpaar sind) ihren Reiz etwas verloren. Band 1 und 2 waren gut, Band 3 deutlich schwächer und jetzt wieder die beiden in Band 6.

Nalini Singhs Stärke sind eindeutig ihre Charaktere und die Welten, die sie um ihre Figuren herum erschafft. So auch in dieser Reihe. Die Handlung allerdings ist zwar interessant und hat ihre spannenden Passagen, kann aber mit anderen Urban Fantasy Reihen, die ich schätze nicht ganz mithalten, was vielleicht auch daran liegt, dass es eine Mischung aus Urban Fantasy und Paranormal Romance ist. Insgesamt schwächelt die Reihe in meinen Augen im Vergleich mit der Gestaltwandler-Reihe etwas.
 
Für mich waren es daher in diesem Band überwiegend die facettenreichen Figuren – vor allem Nebencharaktere - über die ich mehr erfahren wollte und die mich motiviert haben weiterzulesen. Mehr als die Handlung an sich. Wie eben bereits angedeutet sind Raphael und Elena für mich nicht mehr besonders reizvoll. Ihre Beziehung entwickelt sich (langsam) weiter, aber in diesem Bereich kommt nur wenig Spannung auf. Und Elena, die ich in den ersten beiden Bänden wegen ihrer Stärke und Unnachgiebigkeit Raphael gegenüber so schätzte, dreht sich was bestimmte Dinge ihrer Vergangenheit betrifft im Kreis – das stört mich inzwischen. Ein Trauma ist schlimm, ja, aber wenn das über 4 Bände so in die Länge gezogen wird, mit minimalen Entwicklungen, wird es leider langweilig. Klar darf die 'Heldin' Schwächen haben, aber ich möchte doch irgendwie, das ihre Stärke überwiegt. Das kam für mich nicht recht 'rüber, gerade im Hinblick auf die Beziehung zu Raphael und manchmal empfand ich ihr Verhalten als richtig dumm.

Insgesamt habe ich etwas lustlos gelesen im Vergleich zu vorherigen Bänden, gerade weil ich Band 4 und 5 so gut fand. Elena geht auf die Jagd, ähnlich wie am Anfang der Reihe, aber es passiert nur wenig. Die letzten 100 Seiten hingegen waren richtig spannend und mitreißend, endlich Action. Dennoch hätte ich mir da eine ausgewogenere Mischung gewünscht. So aber gab es einen extrem langen Vorlauf bis die Action kam und bei fast 600 Seiten war mir das hart an der Grenze.

Es gab aber auch einige schöne Momente, z.B. eine wirklich rührende Szene zwischen Illium und Aodhan. Auf die Entwicklung von Aodhan (die sich hier schon andeutet) bin ich besonders gespannt und solche Momente in der Handlung sind es, von denen ich gerne mehr gehabt hätte. Gerade, weil es eine Vielzahl interessanter Nebenfiguren gibt, hätte man die Handlung eigentlich abwechslungsreicher gestalten können.
 
Fazit
Insgesamt hätten dem Band (als bisher dickstem Band) in meinen Augen einige Kürzungen gut getan und die Action bzw. Kampfszenen hätten ausgewogener verteilt sein müssen, anstatt so geballt am Schluss, da so das Hinarbeiten auf den Schluss etwas mühsam und teils zäh war. Pluspunkte gibt es von mir für die Nebenfiguren und ich hoffe im nächsten Band steht wieder ein neues Paar im Vordergrund, während ich mir insgeheim wünsche, dass Raphaels und Elenas Beziehung in zukünftigen Bänden nur noch in einzelnen Kapiteln näher beleuchtet und weiterentwickelt wird. Ich gebe wegen einigen Schwächen schwache 3 Sterne und hoffe der nächste Band hat wieder mehr Esprit!


★★★☆☆

 

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