Sonntag, 29. Juni 2014

Rezension: Das Haus der Lady Armstrong


Titel: Das Haus der Lady Armstrong
Originaltitel: The House
Autor: Andrew O'Connor
Genre: Familiensaga, Historie
Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 492

Inhalt
1840: Lord Armstrong baut für seine zukünftige Frau ein Monument ihrer Liebe, das große, imposante Armstrong Anwesen. Doch nach Jahren ohne den ersehnten Erben und einigen Intrigen, leidet die Ehe. Auch Lord Pierce und Lady Clara geht es kaum besser. Das Haus scheint wie ein Fluch auf den dort Lebenden zu liegen und ihnen jegliches Glück zu entziehen. Fast ein Jahrhundert später steht das Armstronghaus zum Verkauf, denn Nico, der Nachkomme Lord Armstrongs, kann das Haus nicht halten. Kate Fallon verliebt sich sofort in das Anwesen und möchte es wieder zu altem Glanz zurückbringen. Dabei begibt sie sich mit Nico auf eine Reise in die Vergangenheit. Eine Vergangenheit voller Intrigen, Mord und Hass...



Meinung
Eine Familiensaga über mehrere Generationen hinweg, angefangen im 19. Jahrhundert - als ich die Inhaltsangabe und eine Leseprobe las, wusste ich, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Als Fan von Jane Austen und Serien wie Downton Abbey war das genau nach meinem Geschmack. Was ein Glück, dass ich tatsächlich ein Leseexemplar gewonnen habe!

Der überaus flüssige Schreibstil machte den Einstieg leicht und die ersten 100 Seiten vergingen wie im Flug. Allerdings war mein Elan da schon etwas abgeflaut. Das Buch ist in 3 Bücher unterteilt, die sich jeweils mit einer Generation beschäftigen, bzw. mit jeweils einem Pärchen, das im Armstronghaus lebt.

Zunächst Edward und Anna, dann Pierce und Clara und schließlich Kate und Nico. Sechs Hauptfiguren und keine davon war mir wirklich sympathisch. Am ehesten mochte ich Clara, aber der Autor macht es einem wirklich schwer die Figuren zu mögen, da sie extrem klischeebehaftet und dadurch sehr eindimensional daher kommen. Wirkliche Tiefe hat keine der Figuren, am ehesten Johnny Seymour, ein Nebencharakter, der den Mittelteil des Buches deutlich lebendiger machte als den Rest und dadurch Claras Geschichte für mich am interessantesten.

Wirklich in ihren Bann ziehen konnte mich aber auch dieser Abschnitt nicht, denn die Dialoge waren extrem platt und teilweise hatte ich das Gefühl ein Drehbuch für eine seichte Seifenoper zu lesen wenn die Handlungen der Figuren beschrieben wurden (und glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe tatsächlich mal welche lesen müssen gelesen). Es wurden überhaupt keine Emotionen vermittelt, nichteinmal wenn das Paar einen romantischen Moment hatte oder von Liebe die Rede war. Kein Funke, nichts. Zwar ist das Buch nicht als Romanze angelegt, aber da 3 Paare die Hauptrolle spielen, hätte ich da als Leser doch hin und wieder etwas mehr als Gleichgültigkeit empfinden wollen. Leider wurde dahingehend nichts transportiert. Es wurde immer beschrieben, was die Person fühlt, aber als Leser fühlte man einfach nicht mit.

Dank des extrem flüssigen Schreibstils habe ich das Buch schnell durchgehabt, aber es gab doch mehr als eine Passage, die mich mit gequältem Gesichtsausdruck zurückließ. Fast könnte man meinen es sei der erste Roman des Autors, so unbeholfen wirken die Schilderungen oftmals. Die historischen Details hätten zudem vielleicht noch etwas besser ausgearbeitet werden können, aber das sehe ich nicht ganz so eng, da der Fokus auf den Figuren liegen soll und die historischen Vorkommnisse nur Instrument sind, um die Handlungen einiger Figuren zu lenken, eine Art Gerüst.

Fazit
Als wirklich unkomplizierte, einfache Sommerlektüre ist das Buch sicher zu empfehlen, aber von mir gibt's leider nur einen Stern für den flüssigen Stil und den anderen für die Idee, die sehr viel Potenzial gehabt hätte, welches zu meinem Bedauern absolut nicht ausgeschöpft wurde. Für "Das Haus der Lady Armstrong" kann ich leider insgesamt keine Empfehlung aussprechen.


★★☆☆☆






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