Sonntag, 18. Januar 2015

Rezension: Wolf & Katze / Bianca Schäfer

Titel: Wolf & Katze
Autorin: Bianca Schäfer
Genre: Paranormal Romance, Fantasy
Verlag: neobooks Self-Publishing
Seitenzahl: ~ 325

Inhalt
Tom und Sandrine leben schon eine Weile in der selben Stadt. Sie wissen voneinander, aber jeder geht seines Weges und man ignoriert einander, obwohl man zumindest ahnt welches Geheimnis der jeweils andere verbirgt. Dies ändert sich jedoch, als Sandrines Auto eines Abends eine Panne hat und sie plötzlich vor Toms Tür steht. Es folgt eine gemeinsam verbrachte Nacht und eine Anziehung der sich beide nicht entziehen können. Doch ihre Unterschiede und Probleme aus der Vergangenheit scheinen eine gemeinsame Zukunft zu bedrohen...


Meinung
Paranormal Romance mit Gestaltwandlern und noch dazu in Deutschland? Das machte mich gleich neugierig und das tolle Coverdesign, sowie einige positive Meinungen taten ihr Übriges...da habe ich nicht lange überlegt, als das ebook günstig zu haben war.

Die Idee der zahlreichen Nachtwesen, die sich neben den Hauptfiguren Tom und Sandrine ebenfalls in der Stadt tummeln, vermischt mit einer Romanze zwischen zwei verschiedenen Gestaltwandler-Spezies, gefiel mir sehr gut, also fing ich gleich an zu lesen.

Autorin Bianca Schäfer schreibt recht flüssig und ich hatte keine Probleme in die Handlung hineinzufinden. Während Sandrine die Nacht mit Tom am liebsten schnell vergessen möchte, gesteht Tom sich schnell ein, dass er Sandrine gerne näher kennenlernen möchte und versucht sich ihr zu nähern. Zunächst blockt sie ihn vehement ab, doch nach und nach schafft er es doch sich in ihre Gedanken und ihr Herz zu drängen.

Die Handlung folgt im weitesten Sinne dem üblichen Schema paranormaler Liebesgeschichten, doch ich hatte nach den ersten Seiten so meine Probleme. Der Stil war zwar flüssig, aber Dialoge erschienen mir oft hölzern und gezwungen. Häufig hatte ich das Gefühl etwas doppelt zu lesen, weil eine Figur ihren Gedanken in ähnlicher Form kurz darauf aussprach oder eine Handlung im Dialog noch einmal extra kommentiert wurde, was eigentlich unnötig für das Verständnis gewesen wäre.

Zu den Figuren konnte ich leider keine richtige Verbindung aufbauen. Tom und Sandrine sind an sich interessante Personen. Sie haben ihre jeweilige, prägende Vergangenheit und gehören zudem unterschiedlichen Spezies mit sehr verschiedenen Eigenschaften an. Aber Sandrine war mir nicht mal ansatzweise sympathisch und Tom war okay, aber richtig besonders war er auch nicht. Die Konstellation der zwei Spezies, die ein romantisches Interesse aneinander entwickeln hätte viele Möglichkeiten für Konflikte und zu bewältigende Probleme geboten, doch kaum das mal ein Konflikt auftauchte, wurde er auch schon gelöst. Darunter leidet die Spannung des Buches erheblich, da sich ein Spannungsbogen nicht so recht aufbauen möchte. Natürlich erwarte ich in dem Genre nicht unbedingt bahnbrechende Wendepunkte, aber ein klein wenig Anspannung hier und da im Verlauf der Geschichte wünsche ich mir dann doch.

Leider hat man aber das Gefühl eine Aneinanderreihung zahlreicher Probleme zu lesen, die ein Gerüst für die Handlung bilden sollen, dies aber nicht recht schaffen. Es wirkt etwas konstruiert und der Funke sprang für mich nicht über. Vieles ist sehr vorhersehbar und mir fehlte es insgesamt an Substanz.

Die auftauchenden Figuren konnten diesen Kritikpunkt für mich leider nicht abschwächen. Man gewinnt keinen richtigen Zugang zu ihnen, obwohl die vorkommenden Nebenfiguren sicherlich ebenfalls großes Potenzial gehabt hätten. Der Leser lernt sie nur oberflächlich kennen. Zwar erhält man gelegentlich Einblick in ihre Gedanken, aber man bekommt nicht so recht die Möglichkeit sie durch ihr Handeln innerhalb der Geschichte kennenzulernen. Viele Handlungen werden nur in Dialogen erwähnt, sodass man als Leser vieles von den Figuren erzählt bekommt, anstatt es mit ihnen zu erleben. Aus diesem Grund blieben für mich alle Personen etwas blass und das Potenzial der Idee wurde nicht richtig ausgeschöpft, was dazu führte, dass ich die Handlung insgesamt als fad empfunden habe.

Fazit
Wolf & Katze konnte mich leider nicht überzeugen. Emotional haben mich Handlung und Figuren völlig kalt gelassen. Ich habe nicht mitgelitten oder mich mit ihnen gefreut, sondern einfach nur die Erzählung 'runtergelesen und das war's. Zurück blieb leider nur etwas Enttäuschung, weil ich mir mehr versprochen hatte und die Geschichte verblasst bereits wieder in meiner Erinnerung, weil nichts so recht Eindruck gemacht hat. Vielleicht bin ich verwöhnt von Autorinnen wie Nalini Singh und Sherrilyn Kenyon, die gute PNR schreiben, aber hier besteht durchaus Verbesserungsbedarf. Eine Menge Potenzial (ich wiederhole mich) war da, aber es blieb ungenutzt. Von mir daher nur 2 Sterne.


★★☆☆☆



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