Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension: Loki's Wolves / K.L. Armstrong + M.A. Marr

Titel: Loki's Wolves
Autoren: K.L. Armstrong + M.A. Marr
Genre: Jugendbuch, Young Adult, Fantasy, Mythologie
Verlag: Little Brown
Seitenzahl: ~ 358
Sprache: Englisch

Inhalt
Zur Zeit der Wikinger sagte die nordische Mythologie das Ende der Welt voraus - Ragnarök. Um das zu verhindern, müssen die Götter gewaltige Monster bekämpfen. Nur, dass die Götter inzwischen schon lange tot sind.

Matt Thorsen lebt in Blackwell und kennt die nordischen Mythen und Sagen in- und auswendig  wie seine Familiengeschichte, denn es sind Familiengeschichten. In seinem Heimatort ist fast jeder entweder ein Nachfahre Thors oder Lokis, wie z.B. seine Mitschüler Fen und Laurie. Trotzdem glaubt er nicht wirklich, dass all das real ist, bis die Runen Ragnarök prophezeien und Matt als Champion gewählt wird, der anstelle Thors die Nachfahren anderer Götter in den Kampf führen soll...




Meinung
Ein Fantasyabenteuer im Stile von Percy Jackson, nur mit nordischer Mythologie? Noch dazu mit diesem wunderschönen Coverdesign? Da habe ich nicht lange überlegen müssen, insbesondere seit diverse Marvelproduktionen in den Kinos mich mit den Legenden um Thor und Loki angefixt haben.

Sowohl von Kelley Armstrong als auch von Melissa Marr hatte ich bereits etwas gelesen und besonders die Darkest Powers Jugendbuchtrilogie von KA mochte ich sehr gerne - deutlich mehr als ihre Otherworld Reihe für Erwachsene!

Die Frage war, ob die Autorinnen gemeinsam harmonieren würden, oder ob man dem Buch anmerken würde, welche Ausschnitte von wem geschrieben wurden. Zum Glück sind da jegliche Bedenken unnötig. Der Schreibstil ist flüssig und aus einem Guss, sodass sich die Handlung angenehm zügig lesen lässt.

Erzählt wird durch Perspektivenwechsel der Hauptfiguren Matt, Laurie und Fen, wie man es z.B. auch aus der Percy Jackson Reihe kennt. Ich bin nicht wirklich ein Fan davon, es sei denn es erfüllt einen sinnvollen Zweck und bin nicht überzeugt, ob es hier eine Notwendigkeit dafür gab. Ich hatte das Gefühl durch die Wechsel entstand Unruhe ohne dass ein wirklicher Nutzen erkennbar war, aber das mag nur mein persönlicher Eindruck sein.

Entsprechend der angepeilten Zielgruppe (8-12 Jahre), sind manche Dinge natürlich etwas einfacher gehalten, aber die Figuren haben durchaus Tiefe. Da gefiel mir besonders wie Matts schwieriges Vehältnis zu seiner Familie beschrieben wurde und seine daher rührenden Unsicherheiten, ebenso wie die Szenen, die Fens Hintergrund mehr beleuchteten. Laurie blieb da vielleicht etwas blass, aber das mag auch daran liegen, dass sie es vergleichsweise etwas einfacher hat.

Die Handlung schreitet recht zügig voran und die Figuren werden buchstäblich ohne Plan in den Kampf geschickt. Wobei es zuerst gilt diverse Artefakte und weitere Nachfahren bestimmter Götter zu finden. Da kommt ihnen der Rat von verschiedenen Sagenfiguren gerade recht, während sie noch dabei sind ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu erproben. Oftmals passiert viel auf einmal, fast ein wenig überhastet, gerade zum Ende hin, aber das schmälerte bei mir nicht den Lesegenuss.

Das Fen und Matt im Hinblick auf Laurie so oft den Beschützer raushängen ließen, gefiel mir allerdings nicht besonders. Matt kapiert zum Glück irgendwann wie antiquiert diese Einstellung ist und Fens Gründe für sein Verhalten hatten einen nachvollziehbaren Hintergrund, sodass ich da etwas nachsichtiger war. Dennoch bin ich nicht ganz einverstanden damit, dass in einem Fantasyabenteuer für junge Leser heutzutage Teenager noch so porträtiert werden, weil das in meinen Augen ein falsches Bild von Geschlechterrollen erschafft. Mädchen müssen nicht mehr beschützt werden als Jungs, also bitte! Laurie wurde es zum Glück nicht müde Fen und Matt regelmäßig daran zu erinnern, dass sie auch prima alleine klarkommt und keinen Beschützer nötig hat. ;)

Fazit
Insgesamt hatte ich Spaß beim Lesen von Loki's Wolves. Im Vergleich mit Percy Jackson oder Helden des Olymp zieht es aber etwas den Kürzeren, weil die Handlung nicht ganz so ausgereift wirkt. Da sehe ich aber Potenzial nach oben für die nächsten Bände der Trilogie und bin gespannt, wie es weitergeht. Leider scheint bisher keine Veröffentlichung auf Deutsch geplant zu sein, aber wer des Englischen mächtig ist und das Genre mag, kann ja mal 'reinlesen. Von mir gibt's solide 3 Sterne.


★★★☆☆


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