Samstag, 7. März 2015

Rezension: Master of Crows / Grace Draven

Titel: Master of Crows
Autorin: Grace Draven
Genre: Fantasy, Romance
Verlag: Selfpublished
Format: ebook
Seitenzahl: ~ 280
Sprache: Englisch

Inhalt
Magier Silhara von Neith wird seit geraumer Zeit vom düsteren Dämon Corruption heimgesucht und fühlt, dass er dem Kampf gegen die Verlockungen des Dämons nicht mehr lange gewachsen ist. So bittet er schließlich die Priester der Magierkonklave widerwillig um Hilfe, welche ihm in Form von Martise gewährt wird. Martises wahre Aufgabe liegt jedoch nicht darin Silhara zu helfen, sondern ihn auszuspionieren und der Konklave einen Grund zu liefern ihn loszuwerden. Sie möchte endlich ihre Freiheit gewinnen und sieht Silhara als gute Gelegenheit dies zu erreichen. Doch aus gegenseitiger Abneigung wächst langsam Respekt und schließlich sogar Zuneigung - eine Zuneigung, der beide nur ungern nachgeben möchten.

Meinung
Nachdem Radiance mich so beeindruckt hatte, habe ich mir gleich weitere Bücher von Grace Draven angesehen und schließlich u.a. Master of Crows auf meinen eReader geladen.

Gleich zu Anfang kann ich sagen, dass mich die Autorin auch mit diesem Buch wieder überzeugen konnte.

Silhara durchschaut den wahren Grund von Martises Anwesenheit sofort und behandelt sie dementsprechend ruppig und voller Misstrauen. So setzt er sie ständigen, harten Prüfungen aus, um ihre Magie aus ihr herauszukitzeln, ohne die sie für ihn nicht von Nutzen sein kann. Dabei muss er allerdings feststellen, dass die unscheinbare Martise trotz ihrer zurückhaltenden Art kein schwaches Ding ist, denn immer wieder stellt sie sich ohne zu klagen den an ihr zehrenden Prüfungen.

Martise ist seit ihrer Kindheit eine Sklavin und wünscht sich nur eins: Endlich den Teil ihrer Seele zurückzugewinnen, den ihr Herr eingesperrt hat und frei zu sein. Dazu ist es ihr nur recht den grimmigen Silhara an die Konklave auszuliefern, sobald sie den Beweis für sein Verbrechen findet. Erst recht nach all den quälenden Tests, denen er sie ausgesetzt hat. Nach einer Weile wackelt jedoch ihr Bild von ihm, zeigt sich Silhara doch oft genug als mitfühlender Mensch.

Beiden kommen nach und nach Zweifel was den jeweils anderen betrifft, je besser sie einander kennen lernen. Martise fragt sich, ob sie den Mann, den sie liebt, der Konklave ausliefern kann und auch Silhara ist verunsichert, ob er Martise noch für seine Zwecke benutzen kann, seit sie sich so nahe gekommen sind.

Die Autorin hat mit Silhara und Martise sehr starke und sympathische Figuren geschaffen und auch ihre Nebenfiguren, insbesondere Gurn, sind ausgesprochen liebenswert und gut ausgearbeitet. Die Geschichte wird durch die Charaktere vorangetrieben, es gibt eher wenig Action, aber das macht das Buch nicht minder spannend. Die Charakterisierung ihrer Figuren sehe ich bei Grace Draven als ihre Stärke an. Besonders gefällt mir auch, wie sie Frauen schreibt. Martise ist keine zarte Jungfrau in Nöten, sondern verfügt trotz ihrer unscheinbaren Art über Rückgrat und beeindruckt Silhara mit ihrer Intelligenz und ihrem Mut. Silhara ist einer dieser grimmigen Helden mit weichem Kern und allein schon wie er mit seinem Diener/Freund Gurn umgeht, sorgt dafür, dass man gar nicht anders kann als ihn zu mögen.

Silhara und Martise haben beide ihre Schwächen und Stärken, sie treffen sich auf Augenhöhe und Klischees werden hier aufgebrochen, denn es ist oft genug Martise, die Silhara rettet, nicht nur umgekehrt! Martise ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass Stärke nichts mit magischen Fähigkeiten oder einem losen Mundwerk zu tun hat, sondern dass Stärke auch von innen kommen kann und man damit ebenso viel erreicht wie mit Zaubersprüchen oder Schwertern - vielleicht sogar mehr. Diese Botschaft gefiel mir.

Fazit
Insgesamt entfaltet sich die Handlung eher in gemächlichem Tempo, für meinen Geschmack fast etwas zu langsam und die Fantasywelt wird schön aufgebaut, hätte hier und da aber vielleicht noch einige Details vertragen können. Dafür wird die Liebesgeschichte - immerhin eine Hassliebe - realistisch entwickelt und wunderbar aufgebaut. An Spannung mangelt es nicht, auch wenn es hier deutlich ruhiger zugeht als z.B. in Radiance. Ich empfehle Master of Crows gerne an alle weiter, die eine Liebesgeschichte vor phantastischer Kulisse lesen möchten und vergebe 4 Sterne!


★★★★☆


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