Sonntag, 31. Mai 2015

Rezension: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums / Benjamin Alire Sáenz

Titel: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
Originaltitel: Aristoteles and Dante discover the Secrets of the Universe
Autor: Benjamin Alire Sáenz
Genre: Liebe, Gay, Jugendbuch, Gegenwartsliteratur
Verlag: Thienemann
Seitenzahl: ~ 384
ISBN: 978-3522201926

Inhalt
Dante kann schwimmen. Ari nicht. Dante kann sich ausdrücken und ist selbstsicher. Ari fallen Worte schwer und er leidet an Selbstzweifeln. Dante geht auf in Poesie und Kunst. Ari verliert sich in Gedanken über seinen älteren Bruder, der im Gefängnis sitzt. Mit seiner offenen und einzigartigen Lebensansicht schafft es Dante, die Mauern einzureißen, die Ari um sich herum gebaut hat. Ari und Dante werden Freunde. Sie teilen Bücher, Gedanken, Träume und lachen gemeinsam. Sie beginnen die Welt des jeweils anderen neu zu definieren. Und entdecken, dass das Universum ein großer und komplizierter Ort ist, an dem manchmal auch erhebliche Hindernisse überwunden werden müssen, um glücklich zu werden!

Meinung
Und wieder habe ich eine Rezension zu einem Buch für euch, das ich sofort lesen wollte, sobald ich es entdeckt hatte. Ganz ähnlich wie bei Simon vs. the Homo Sapiens Agenda. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Alleine schon diese schlichte, aber aussagekräftige und sehr passende, Covergestaltung verdient ein paar Sterne. Hier gefällt mir die deutsche Ausgabe um Längen besser als die englische Originalausgabe. Ein richtiges Schmuckstück im Regal.

Die Handlung beginnt an einem Morgen im Jahre 1986. Es ist Sommer und Ari wacht mit der Hoffnung auf, die Welt möge sich verändert haben, aber alles ist noch genau wie vorher. Er hat keine Freunde und langweilt sich, weiß nicht was er mit sich anfangen soll und auch nicht so recht wer er eigentlich ist und sein möchte. Aber dann ändert sich doch etwas. Er trifft im Schwimmbad auf Dante und willigt ein, sich von ihm das Schwimmen beibringen zu lassen.

Die beiden ungleichen Jungen werden Freunde. Dante ermöglicht durch seine Art und Denkweise für Ari Einblicke in eine ganz neue Welt. Er beginnt sich Gedanken um Dinge zu machen, die vorher keine Rolle spielten, er liest Bücher, die Dante ihm leiht und schließlich wird Aris Welt Stück für Stück etwas größer. Gemeinsam entdecken die beiden so manche Geheimnisse des Universums, des Lebens und des Erwachsenwerdens.

Den Weg der beiden Freunde schildert Autor Benjamin Alire Sáenz in wunderschöner, flüssiger und poetischer Sprache, was nicht verwunderlich ist, da der Autor auch Lyriker ist und bereits mehrere Gedichtbände veröffentlicht hat. Das merkt man dem Buch an und es ist einfach unglaublich schön in das Leben Aris und Dantes einzutauchen, erzählt aus Aris Sicht.

Man folgt den beiden durch viele alltägliche und teils weniger alltägliche Situationen, die jeder in gewisser Weise aus dem eigenen Leben kennt und die Handlung entfaltet sich unaufgeregt, aber voller Intensität. Man taucht ein in das Leben dieser beiden Teenager mit mexikanischen Wurzeln und erlebt an ihrer Seite wie sie einander näher kommen, heranwachsen und reifen. Besonders schön war es zu lesen, wie Ari durch Dantes Einfluss lernt sich mehr und mehr zu öffnen und die Mauer um sich herum langsam einzureißen. Gekrönt wird das Buch von einem schönen Ende mit hoffnungsvoller Note.

Fazit
Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums ist in meinen Augen eine wahre Bereicherung. Es schildert eine Geschichte über das Erwachsenwerden, voller Ehrlichkeit und Wahrheit, die einen in die eigene, oftmals schwierige, Zeit als Teenager zurückversetzt und sich mit den Themen Freundschaft, Familie, Liebe und (Homo)Sexualität auseinandersetzt. Ich habe jede Seite genossen und das Buch beschäftigt mich immer noch, daher vergebe ich volle 5 Sterne. Jetzt schon eins meiner diesjährigen Highlights!

★★★★★

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