Freitag, 15. Mai 2015

Rezension: Simon vs. the Homo Sapiens Agenda / Becky Albertalli

Titel: Simon vs. the Homo Sapiens Agenda
Autorin: Becky Albertalli
Genre: Jugendroman, Liebe, Gay Romance
Verlag: Penguin
Seitenzahl: ~ 303
Sprache: Englisch

Inhalt
Der 16-jährige Simon ist nicht-so-wirklich-offen schwul und schreibt sich mit dem geheimnisvollen Blue von seiner Schule eMails. Durch ein Missgeschick liest jemand eine dieser eMails und nutzt das sofort aus, um Simon mit seinem Geheimnis zu erpressen. Der sieht sich gezwungen darauf einzugehen, wenn er nicht möchte, dass plötzlich die ganze Schule davon erfährt. Aber besonders wichtig ist ihm Blue zu schützen, der sich ihm anvertraut hat, aber ziemlich scheu ist und der nun ebenfalls in Gefahr ist aufzufliegen. Und das, obwohl Simon doch so unbedingt mehr über ihn erfahren und ihn kennenlernen möchte...


Meinung
Wieder so ein Buch, das ich, kaum das ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, sofort haben musste. Das Cover tat sein übriges und schwupps lag es auf meinem SUB. Allerdings nicht lange...

Dank des angenehm flüssigen Schreibstils fällt der Einstieg in die Geschichte leicht und einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum weglegen. Simon ist eine überaus sympathische Figur mit typischen Teenagerproblemen. Niemand außer Blue weiß, dass er schwul ist, bis sein Erpresser damit droht es publik zu machen. Er hat viele Freunde, die sich aber untereinander nicht immer ganz grün sind und ihn in heikle Situationen bringen. Kurz gesagt, in seinem Leben herrscht Chaos und Simon versucht alles, um selbiges zu entwirren, sich dabei treu zu bleiben und irgendwie Blue näher zu kommen, während sein Erpresser ihm im Nacken sitzt.

Die Autorin macht so viele Dinge richtig, die mir in anderen, vergleichbaren Büchern fehlen und sie lassen sich gar nicht alle aufzählen. Besonders gefällt mir aber, das man an dieser Geschichte sieht, wie weit wir gekommen sind, was Jugendliteratur über (und für) Homosexuelle betrifft. Wenn man Simon vs. the Homo Sapiens Agenda mal mit Büchern zu dem Thema vergleicht, die vor ca. 10-15 Jahren erschienen und abgesehen von wenigen Ausnahmen meist eher bedrückend, deprimierend und voller Hoffnungslosigkeit waren, so strahlt dieses Buch in jeder Hinsicht das Gegenteil aus!

Simons Gedanken zu folgen und seine eMails an Blue zu lesen, in denen er sich mehr öffnet als bei seinen Freunden, ist einfach nur schön und unterhaltsam.  Die Autorin würzt die Handlung mit einer ordentlichen Prise Humor und obwohl das Buch seine ernsten Momente hat, strahlt es im Großen und Ganzen überwiegend Heiterkeit und Hoffnung aus.

Als Leser rätselt man natürlich ständig mit, wer Blue sein könnte und irgendwann ist man genau so ungeduldig wie Simon und will einfach nur noch, dass es zu einem Zusammentreffen der beiden kommt. Dem ein oder anderen wird es vielleicht schwer fallen, nicht mal einen kurzen Blick auf das Ende zu werfen...

Ich kann nur sagen, ich war froh zu sehen, das Blue am Ende tatsächlich der war, von dem ich die ganze Zeit gehofft habe er möge es sein. :D

Fazit
Ein in meinen Augen absolut wunderbares Buch, vergleichbar mit Rainbow Rowells Büchern, und für jeden zu empfehlen, der einfach ein paar Stunden in einem schönen, leichten Buch abtauchen möchte. Von mir gibt's volle 5 Sterne!

★★★★★

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Das Buch hört sich wirklich interessant an (und auch bei mir hat Titel und Klapptext sein übriges getan und es - vorerst mental - auf die Wunschliste wandern lassen).

    Das Thema ist sehr interessant und durchaus immer noch diskussionswürdig. Das es Bücher gibt, die genau das aufgreifen und sich mit Homosexualität und deren Akzeptanz in der Gesellschaft auseinander setzen, ist wichtig und wirkt Homophobie entgegen. Und wenn es dann auch noch gut geschrieben ist, kann ich fünf Sterne vollkommen nachvollziehen :)

    Bin selbst mal sehr gespannt auf das Buch.

    Liebe Grüße,
    Antonia

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    1. Huhu Antonia!

      Schön, das freut mich. :)

      Sehe ich genau so! Ich finde es wichtig, dass es möglichst viele Bücher gibt, in denen homo- oder auch bisexuelle Figuren vorkommen, am besten natürlich auch als Hauptfiguren, weil es da immer noch wenig gibt und dementsprechend auch wenige Figuren, mit denen sich junge homo-/bisexuelle Menschen identifizieren können. Insbesondere in einem positiven Kontext.

      Ich denke je mehr solcher Bücher geschrieben werden und desto normaler es wird darüber zu lesen, desto besser kann Homophobie entgegen gewirkt werden.

      Dann wünsche ich dir schonmal viel Spaß!

      LG
      Svenja

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