Mittwoch, 13. Mai 2015

Rezension: Unsterblich - Tor der Nacht / Julie Kagawa

Titel: Unsterblich - Tor der Nacht
Originaltitel: Blood of Eden - The Eternity Cure
Autorin: Julie Kagawa
Genre: Fantasy, Dystopie, Jugendbuch
Seitenzahl: ~ 544
Verlag: Heyne fliegt

Inhalt
In einer Welt, in der die Menschen von den Vampiren wie Sklaven gehalten werden, hat die siebzehnjährige Allison die einzig richtige Entscheidung getroffen: Sie hat die Unsterblichkeit gewählt und genießt nun die Vorzüge eines sorgenfreien Lebens unter den Vampiren. Doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht los, und als Allie an den Ort zurückkehrt, der einst ihre Heimat war, macht sie eine furchtbare Entdeckung: Die Rote Schwindsucht, die den Menschen vor Allies Geburt zum Verhängnis wurde, ist zurückgekehrt. Und diesmal sind auch die Vampire gefährdet, sich anzustecken. Nur einer kann vielleicht Abhilfe schaffen: Kanin, Allies »Schöpfer«. Unter den Vampiren gilt er jedoch als abtrünnig, und niemand weiß, wo er sich aufhält. Wird es Allie rechtzeitig gelingen, ihn zu finden?

WICHTIG: Enthält Spoiler für Band 1!

Meinung
Nachdem der Auftaktband Tor der Dämmerung mir so gut gefallen hatte, war ich froh mit Band 2 gleich weiterlesen zu können!

Seit dem Ende des 1. Bandes ist etwas Zeit vergangen. Allie zieht nun wieder alleine durch's Land und folgt dabei dem stummen Hilferuf ihres Mentors Kanin, dessen Ruf sie voller Dringlichkeit in ihren Träumen ständig an seine Not erinnert und sie vorantreibt. Doch statt ihren Erschaffer zu finden, führt die Spur sie zu Jackal und sie sieht sich schließlich gezwungen sich mit ihm zusammen zu tun, um Kanin zu finden, weil sie sich dem Gegner als junger Vampir kaum alleine stellen kann.

Die Autorin baut die Handlung, ähnlich dem ersten Band, wieder in gemächlichem Tempo nach und nach auf. Wie schon in Band 1 sind zu Beginn immer wieder kleinere Actionszenen eingestreut, die sich mit ruhigeren Abschnitten abwechseln und sich dann zum Ende des Buches hin immer weiter steigern. Allie befindet sich nach wie vor in einem inneren Zwiespalt. Sie vermisst Zeke, obwohl sie weiß, dass sie beide buchstäblich Welten trennen und er dort wo sie ihn zurückgelassen hat sicherer ist. Dennoch kann sie ihre verbliebene Menschlichkeit noch immer nicht völlig abschütteln und kämpft ständig gegen ihre Natur als Vampir an, um nicht zu dem Monster zu werden, das alle Menschen in ihr sehen.

An dieser Stelle muss ich gestehen, dass mir über das gesamte Buch verteilt Allies innere Monologe Zeke betreffend und das Hin und Her gelegentlich etwas zu viel wurden. Irgendwie wurden da lange immer wieder die selben Gedanken durchgekaut ohne je zu einer Lösung zu kommen, was schon etwas ermüdend war. Hinzu kamen gerade am Anfang recht viele Passagen, die nochmals beschrieben, was im letzten Band passiert war. Entweder lag es daran, dass bei mir der 1. Band ja noch nicht lange zurücklag oder es war tatsächlich etwas viel Wiederholung. Jedenfalls empfand ich daher viele Abschnitte als zu langatmig.

Auch der Spannungsbogen baut sich sehr langsam auf. Da man in diesem 2. Band nun mit der Welt schon vertraut ist und in der Hinsicht wenig Neues liest, plätscherte leider die Handlung bis zur Mitte des Buchs oftmals dahin, ohne dass etwas wirklich Interessantes passierte. Erst später nahm die Handlung dann wieder an Fahrt auf und die Action und Spannung steigerte sich bis zum Finale. Im Gegensatz zu Band 1 gab es allerdings ein paar mehr Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und insgesamt wurde es noch blutiger, was mich nicht störte, denn Allies Welt ist nun mal eine Brutale.

Dem gegenüber standen jedoch reichlich humorvolle Dialoge mit Jackal und auch einige schöne Szenen mit Zeke, die einen für kurze Augenblicke von all den schlimmen Geschehnissen ablenkten. Auch über das Wiedersehen mit Kanin habe ich mich sehr gefreut, denn endlich erfährt man mehr über seinen Hintergrund und auch seine Gründe dafür Allison zum Vampir zu machen. Jackals Charme kann man sich, denke ich, ohnehin kaum entziehen und auch in seinen Charakter bekommt man mehr Einblicke, wobei er dennoch stets undurchschaubar bleibt.

Fazit
Während die Erste sich manchmal etwas schleppend las, passierte dann in der zweiten Hälfte von Tor der Nacht richtig viel. Da hätte ich mir eine ausgewogenere Aufteilung gewünscht, denn das Hinarbeiten auf die 2. Hälfte erschien mir doch oft sehr mühselig. Vieles wird hier aufgelöst, einige Figuren, denen man in Band 1 schon begegnete, erhalten mehr Tiefe und insgesamt wartet die Handlung mit ein paar mehr Überraschungen auf als in Band 1. Am Ende schafft es die Autorin dann einen voller Ungeduld auf Band 3 zurückzulassen. Ich hatte da schon so eine gewisse Vorahnung und der Epilog hat es dann schließlich mehr oder weniger bestätigt, so dass ich jetzt einfach nur noch unbedingt Band 3 lesen möchte! Ähnlich wie der Auftaktband hat auch dieser Band einige Schwächen, wartet aber zugleich mit vielen Steigerungen auf was Figuren und Handlungsverlauf betrifft, daher vergebe ich auch für Tor der Nacht wieder 4 Sterne.

★★★★☆

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch richtig toll, ... Leider hab ich immer noch nicht heraus gefunden wann der dritte Band erscheint :(

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    1. Geht mir auch so. :)
      Ich auch nicht, habe schon fieberhaft gesucht, aber absolut nichts dazu finden können... :/

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