Sonntag, 14. Juni 2015

Rezension: A Wicked Hunger / Kiersten Fay

Titel: A Wicked Hunger
Autorin: Kiersten Fay
Genre: Paranormal Romance, Fantasy
Verlag: Selfpublished
Seitezahl: ~ 288
Sprache: Englisch

Inhalt
Coraline hatte keine schöne Vergangenheit und ist froh, dass sie die Straße hinter sich lassen konnte. Ihre Ehe war ihr Weg in ein neues, behütetes Leben, aber alles ändert sich, als ihr Mann Winston ermordet wird und sie ebenfalls zum Ziel von Unbekannten wird. Ungewollt gerät sie so an Vampir Mason und ist gezwungen in seiner Obhut zu bleiben. An seiner Seite zu sein ist allerdings in mehr als einer Hinsicht gefährlich und dann kommt auch noch ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ans Licht...


Meinung
Nachdem ich die Shadow Quest Reihe der Autorin so verschlungen hatte, war ich gespannt, was sie diesmal abliefern würde. Insbesondere, da es um Vampire geht - ein Thema, dass sich inzwischen ja doch ziemlich abgenutzt hat.

Der Einstieg fiel durch den flüssigen Schreibstil leicht und es vergingen nur wenige Seiten bis es interessant wurde. Cora will eigentlich nur ihren Mann überraschen, gerät aber ungewollt in die Hände der VEA - Vampire Enforce Agency - und somit an Vampir Mason. Innerhalb kurzer Zeit wird sie nicht nur Zeugin eines Verbrechens, sondern auch beschuldigt irgendwie darin verwickelt zu sein und ist gezwungen in Masons Obhut zu bleiben.

Auf den ersten Blick war das Buch gar nicht schlecht. Ich hatte es zügig durch, es hielt also mein Interesse und es gab einige gute Momente. Aber im Nachhinein habe ich doch mit einigen Dingen so meine Probleme.

Zunächst ist da Cora, die aufgrund ihrer Vergangenheit gerade Vampiren gegenüber ein sehr unterwürfiges, vorsichtiges Verhalten an den Tag legt. Das störte mich gar nicht so sehr, obwohl ich sonst Frauenfiguren mit mehr Rückgrat bevorzuge. Und dann ist da Mason, genannt Mace, der Cora schon viel besser kennt, als sie ahnt.

Nach dem recht guten Start, folgte dann bereits eine Ernüchterung, als die erste Bettszene weit vor der 20%-Marke des ebooks auftauchte. Noch dazu eine, bei der Cora ungewollt Lust empfindet und Mace sich zwar beherrschen will, schließlich aber doch nicht anders kann usw. Besonders störte mich daran Folgendes: [SPOILER Nicht nur, dass Mace sich zu intimen Handlungen hinreißen lässt, obwohl Cora nicht bei klarem Verstand ist und er das genau weiß, nein, er beißt sie auch noch ohne sie um Erlaubnis zu bitten und will ihr nachher weismachen es sei okay gewesen, weil es ein angenehmes Gefühl war. Er erwartet also im Grunde noch Dankbarkeit dafür (...)]

Das war definitiv etwas, dass mir absolut nicht gefiel, weil es zu sehr an dieses "Wenn eine Frau NEIN sagt, meint sie eigentlich JA" oder "Wenn eine Frau nicht NEIN sagt, ist es OK" erinnert und das geht in meinen Augen gar nicht! Und um ehrlich zu sein, finde ich sowas umso bedenklicher, wenn es aus der Feder einer Autorin kommt. Bei mir weckt das außerdem Assoziationen mit gewissen Date-Rape-Drogen oder K.O.-Tropfen, nur eben hier in übernatürlicher Form.

Ansonsten verläuft die Handlung relativ eintönig. Sie sind unterwegs, werden überfallen, fliehen weiter, werden überfallen und kommen dann doch irgendwann am Ziel an, nur um an besagtes Safe House gefesselt zu sein und dort scheint es dann auch keinerlei andere Beschäftigung zu geben, als ständig miteinander ins Bett zu springen. Wirklich Spannung kommt nie auf. Und vermutlich ist es bezeichnend, dass ich Knox als Figur noch mit am interessantesten fand, obwohl er als undurchsichtig bis böse dargestellt wird und Cora ihn fürchtet. Und auch mit Knox gab es wieder eine aus meiner Sicht sehr strittige Szene, die mir unangenehm im Gedächtnis blieb.

Ansonsten gibt es Andeutungen und kleine Vorkommnisse, aber insgesamt verblasste die Handlung bei mir recht schnell. Cora war als Figur ganz okay, aber mit Mace bin ich nicht wirklich warm geworden und mit der sich anbahnenden Romanze auch nicht. Daher störte der Cliffhanger am Ende mich nicht mal besonders.

Ein großer Motivator beim Lesen war für mich das Bedürfnis zu erfahren, ob noch etwas Spannendes kommt, gepaart mit dem angenehmen Schreibstil. Weil aber fast alles direkt am Anfang passiert und dann hauptsächlich das Hin und Her zwischen Mace und Cora beschrieben wird, vermischt mit Bettszenen und Situationen, in denen Cora gerettet werden muss, war die Handlung nicht der Rede wert. Hinzu kommen die bereits erwähnten strittigen Handlungen der männlichen Figuren gegenüber Cora. Insofern bin sehr überrascht nach der Shadow Quest Reihe, die ich klasse fand und schon mehrmals gelesen habe, sowas von der Autorin vorgesetzt zu bekommen.

Fazit
Bücher wie dieses zeigen mir, warum ich inzwischen meist Jugendbücher vorziehe, denn zu oft findet man in Paranormal Romance Büchern das Schema Lust + Sex = Liebe, ohne dass die Gefühle der Personen überhaupt wirklich transportiert werden und im Fokus stehen. Mir geht es aber bei einer Liebesgeschichte - egal vor welchem Hintergrund - tatsächlich darum etwas über die Gefühle der Personen zueinander zu erfahren und Sex mag zwar Ausdruck von Gefühlen sein, aber das hier war nur fad und ödete mich an. Bei einem erotischen Roman wäre das kein Kritikpunkt, aber bei PNR erwarte ich mehr. Wenn ich das mit den YA-Büchern vergleiche, die ich in letzter Zeit gelesen habe und wie sehr diese mich emotional erreicht haben, dann ist sowas hier einfach schwach. Ich vergebe 2 magere Sterne und würde das Buch eher nicht empfehlen, obwohl es sicher, richtig gemacht, Potenzial gehabt hätte.

★★☆☆☆

Kommentare:

  1. Hallo Svenja,
    habe das Buch noch nicht gelesen, kann Deine Kritik aber gut nachvollziehen. Danke für Deine Rezi.

    Liebe Grüße, Tanja ♡

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    1. Hallo Tanja,
      ja, obwohl ich das Buch zuerst gar nicht schlecht fand, kamen doch auf den 2. Blick ziemlich viele Kritikpunkte zum Vorschein. Freut mich, dass es nachvollziehbar ist. Gerne! :3

      LG
      Svenja

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