Samstag, 11. Juni 2016

Classic Confessions #2 - Habt ihr alle Klassiker, die ihr in der Schule lesen solltet, auch gelesen und welche habt ihr gelesen?

http://derzauberkasten.blogspot.de/2016/06/classic-confessions-no2-hand-aufs-herz.html

Habt ihr alle Klassiker, die ihr in der Schule lesen solltet, auch gelesen und welche habt ihr gelesen?

Ich antworte mal mit jein.

Im Grunde habe ich alle Schullektüren brav gelesen, aber ich erinnere mich im Besonderen an Das Parfüm und zufällig habe ich das Buch eher quergelesen. 
Tatsächlich habe ich nur im Unterricht die Passagen mitgelesen, die besprochen wurden und falls es eine Hausaufgabe gab den nötigen Abschnitt. Ansonsten habe ich mir alles mit Bleistift ins Buch geschrieben, was besprochen wurde (war erlaubt) und so meine Klausur mit sehr gut wiederbekommen, ohne das Buch je komplett gelesen zu haben. Ähm ja. Ist wahrscheinlich eine Kunst für sich.

Ich fand Das Parfüm furchtbar. Die Idee ist super, keine Frage. Aber der Schreibstil... Selten habe ich so furchtbare, lange Aneinanderreihungen von Nebensätzen gelesen. Ich schreibe selbst gerne mal Schachtelsätze und komme auch beim Lesen gut damit klar, aber wenn ein Satz oben auf der Seite beginnt und unten endet, verliere selbst ich das Interesse.

Soviel dazu. Ansonsten erinnere ich mich noch an Der Schimmelreiter (fand ich leider unglaublich öde), Die Verwandlung von Kafka (auch nicht meins), Mutter Courage und ihre Kinder (mochte ich ganz gerne), Biedermann und die Brandstifter (herrlich), Caius ist ein Dummkopf (ist kein Klassiker, aber ich mochte es). Das gefleckte Band von Doyle gab's auch noch (Sherlock Holmes, mochte ich natürlich!).

Dann waren da noch die üblichen Lektüren zu Drogenmissbrauch usw., aber ich erinnere mich an keinen einzigen Titel und das waren auch keine Klassiker. Leider habe ich auch den Titel meiner allerersten Lektüre vergessen, aber sie hatte das Thema Walfang und war mega traurig. Der Richter und sein Henker habe ich gelesen, um einer Freundin in Deutsch zu helfen (sie ging auf eine andere Schule, also war's nicht direkt meine Lektüre) und Krabat (ebenfalls Lektüre dieser Freundin) habe ich auch noch gelesen und fand es gut, aber eigentlich gilt das nicht, weil ich es privat gelesen habe. ;)

Puh, das ist länger geworden als gedacht. Ich hoffe meine ehemaligen Lehrer und Lehrerinnen wären stolz auf mich, dass ich mich noch an so viele Lektüren erinnere, wenn sie das hier lesen würden. Denn obwohl ich gerne lese, waren die Schullektüren eigentlich in den meisten Fällen nervige Pflicht. 

Dafür gibt es auch einen simplen Grund: Der Zwang der dahinter steckt. Ich kann nicht gut etwas lesen, an dem ich kein Interesse habe und irgendwie verstärkt sich das noch, wenn mir jemand "vorschreibt" wie wunderbar es doch ist usw.

Wie waren denn eure Erfahrungen mit Schullektüren? Habt ihr vielleicht sogar ein paar richtig tolle Entdeckungen gemacht?


Kommentare:

  1. Hallo Svenja,

    ich wurstle mich derzeit durch verschiedenste Klassiker, weil ich mit meinem Abitur begonnen habe. Allerdings habe ich ebenfalls nicht viele Titel in guter Erinnerung, wobei mir ,,Der Schimmelreiter", ,,Die Verwandlung" und natürlich Krabat aber sehr gut gefallen hat. Ich bin froh, dass ich derzeit eher moderne Klassiker lese wie ,,Der Besuch der alten Dame". Meine Schwester hat mir von dem Buch vorgeschwärmt, als ich es selber lesen musste und tatsächlich könnte ich diesen Klassiker-Drama wirklich als super bezeichnen :)
    Ich glaube, warum die meisten ihre Schullektüre nicht ausstehen können, liegt wirklich am Zwang. Meine persönlichen Lieblingsbücher würde man z.B. nie im Leben in der Schule lesen :D

    LG Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Julia,

      ah, dann wünsche ich dir viel Erfolg. ;)

      Das klingt gut, ich denke in der Schule sollte den Schülern zumindest bei der Auswahl der Klassiker ein Mitspracherecht zugestanden werden, anstatt ihnen bestimmte Lektüre aufzuzwingen, weil sie im Lehrplan steht. Und allgemein gibt es da draußen aus meiner Sicht eine Menge Klassiker, die man in der Schule hätte lesen können, die besser geeignet sind, als Vieles, was so gelesen wird.

      Ja definitiv! Daher wäre ein Mitspracherecht der Schüler vielleicht sinnvoll, um den Zwang etwas abzumildern. Haha, nein, meine auch nicht. Wobei man z.B. Jane Eyre auch ganz gut zum Thema Misshandlung von Kindern oder so in der Schule lesen könnte und ich mag Jane Eyre sehr gerne. :D

      LG Svenja

      Löschen
  2. Hi^^

    Ihr habt eine Sherlock Holmes Geschichte gelesen? Aww, da bin ich aber neidisch - dann hätte ich diese tollen Geschichten vermutlich noch viel eher entdeckt >_<

    >Denn obwohl ich gerne lese, waren die Schullektüren eigentlich in den meisten Fällen nervige Pflicht.
    Das kenne ich, was auch daran lag, dass die meisten Bücher total uninteressant waren.

    Lg,
    Kira

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi,

      ja, in der 10. Klasse. Ich muss sagen, abgesehen vom Schimmelreiter hat diese Lehrerin wirklich gute Lektüren ausgesucht ("Mutter Courage..." und "Biedermeier und die Brandstifter" waren auch mit ihr und die mochte ich ebenfalls). :D

      Ja, man konnte einfach keinen Bezug zu der Lektüre finden. Jedenfalls ging es mir so. Es lag nicht nur am Zwang, sondern auch oft daran, dass ich mich mit den Geschichten oder Personen darin einfach nicht identifizieren konnte.

      LG Svenja

      Löschen
  3. Oh, Schullektüre. Mit der habe ich auch eher wenige gute Erfahrungen gemacht. Es gab zwei Bücher die mir Spaß gemacht haben: Der Meister und Margarita (finde ich immer noch toll!) und Faust. The Outsiders waren noch ganz ok und es gab noch irgendein Hexenbuch im Religionsunterricht.
    Erinnern kann ich mich wohl noch an sehr viele mehr: Der Process - Kafka (furchtbar, absolut furchtbar!), Romeo und Julia auf dem Lande (keine Ahnung mehr von wem), Das Rad (glaube ich - irgendein Nazizeit-Buch, die hingen mir ab der 7. Klasse zum Halse heraus, weil wir wirklich ständig was dazu lesen mussten), Fabian - Erich Kästner (notgeile Kacke), etliches von Tucholsky (absolut Fäkalien-fixiert), Schöne neue Welt - Aldous Huxley (nicht direkt mies, aber furchtbar langweilig), Im Westen nichts Neues (hat mich regelrecht wütend gemacht), Der Krug, Bitterschokolade (so ein Teenie-Mobbing-Ding), …

    Da gab es auf jeden Fall noch mehr, aber die habe ich verdrängt. So unter dem Strich habe ich in den Klassenarbeiten immer mit 1-2 bei den Noten abgeschnitten, weil ich das Interpretieren drauf hatte und auch meine Rants immer durch entsprechende Zitate gut argumentieren konnte. Aber gemocht habe ich echt nur sehr wenig, von der ganzen Pflichtlektüre. Ich finde das Festhalten an diesen "Klassikern" oder pädagogisch als wertvoll anerkannten Büchern ist ziemlich rückständig. Da wird sich blind daran gehalten, dass neues nichts taugen kann, habe ich den Eindruck. Auch wenn ich mich heute nochmal an Kassiker wage stelle ich immer wieder fest, wie schlecht die meisten sind. Zur damaligen Zeit mag das mal gut gewesen sein, aber inzwischen gibt es soviel tiefgründigeres, zeitgemäßeres und trotzdem zum Nachdenken anregendes als diese alten Schinken.
    Ich bin wirklich froh, dass ich trotz dieser ganzen miesen Bücher aus der Schulzeit die Lust am Lesen nicht verloren habe. Der Dank dafür geht wohl an die Leihbibliothek von damals, in der ich dann die genialen Bücher dieser Welt fand. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So geht es glaube ich den meisten.
      Oh, The Outsiders will ich auch irgendwann man lesen, ich habe die Verfilmung gesehen und bin daher neugierig auf das Buch.

      Irgendwie ist mir sympathisch, dass du mit Kafka auch nichts anfangen konntest. ;) Ich weiß was du meinst, dieser ganze Nazi-Kram wurde damals bei mir parallel gleich in mehreren Unterrichtsfächern bis zum Erbrechen durchgekaut und ich konnte es irgendwann echt nicht mehr hören. Genau wie die Themen Alkohol-/Drogenmissbrauch... Mit den Noten war's bei mir ähnlich wie bei dir.

      Genau das! Mit diesen uralten "wertvollen" Klassikern war oftmals einfach keine Identifikation möglich und ich möchte mal behaupten, dass auch im späten 20. Jahrhundert einiges verfasst wurde, was sich in der Schule als Klassiker gut eignen würde, aber eben nicht ganz so überholt ist wie manches von dem, was man so vorgesetzt bekommt...

      Ich war auch Dauergast in der hiesigen Leihbücherei. Da fand ich zum Glück meinen Ausgleich und als geübte Leserin konnte ich zumindest im Unterricht trotz wenig Interesse immer gut 'rausfiltern was nun wichtig war, um gut abzuschneiden was die Noten betraf. ;)

      LG Svenja

      Löschen
  4. Mir geht es leider auch so, dass ich die Schullektüren selten mochte, weil man einfach dazu gezwungen wird und ich mir die meisten selbst nie ausgesucht hätte und so geht es ja leider den meisten. Von den genannten kenne ich nur Krabat, was ich auch recht gut fand, und Die Verwandlung. Letzteres fand ich okay, hab es aber auch erst in der Uni gelesen, wo der "ich muss es unbedingt lesen, sonst wird die Klausur schlecht"-Druck schon nicht mehr so groß war. Vielleicht lag es daran :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, es scheint da wirklich nur wenige Ausnahmen zu geben. Es liegt wohl ein Stück weit auch am eigenen Lesegeschmack und der Persönlichkeit, aber ich bin (generell) viel offener bei der Wahl meiner Lektüre, wenn ich nicht von jemandem gedrängt werde etwas Bestimmtes zu lesen, wie es in der Schule ja leider war (und in gewisser Weise ja auch schonmal privat vorkommt, wenn alle sagen: Du MUSST das unbedingt lesen, weil es ja so gut ist usw.). Zwar fand ich nicht alles schlecht, aber besonders viel Spaß hatte ich mit meinen Schullektüren nie. Wohl auch, weil eben immer eine Klausur im Nacken saß ;)

      LG Svenja

      Löschen
  5. Ich habe brav jedes Schulbuch gelesen, wobei ich auch sagen muß, daß mir auch fast jedes Freude bereitete. einzig »Das Parfum« gefiel mir gar nicht und ich schwor mir auch, es nie wieder zu lesen und »Antigone« fand ich sterbenslangweilig, sodaß ich es an einem Nachmittag eher überflog denn las.
    Dagegen muß ich sagen, daß ich Goethes »Faust« fast mit Hingabe mehrfach las, weil es einige Passagen darin gab, die ich grandios fand, auch Lessing und dergleichen las ich mit großem Genuß. Besonders die Klassiker aus dem 20. Jahrhundert - »Die Schachnovelle« und »Im Westen nichts Neues« - hatten es mir aber wirklich angetan und viele derer habe ich auch heute noch im Buchregal stehen.

    Von daher war die Schullektüre zum großen Teil für mich ein Gewinn :)

    Liebe Grüße

    Shaakai

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hach, das ist mir gleich sympathisch, dass du Das Parfüm nicht mochtest. Bei Vielen ist es ja doch ziemlich beliebt und ich fand es wirklich schrecklich und werde es auch nie wieder anrühren.

      Cool, das freut mich für dich. Ist ja tatsächlich eher die Ausnahme. Sooo schlimm war's bei mir insgesamt auch nicht, aber ich habe auch kein Buch dabei entdeckt, was mich richtig begeistert hätte (das Sherlock Holmes Buch mal ausgenommen, weil Sherlock Holmes ist nunmal toll!). ;D

      LG Svenja

      Löschen
  6. Schade, dass dir "Das Parfüm" nicht gefallen hat - ich habe das Buch toll gefunden, wobei ich es nicht für die Schule gelesen habe.
    Ich hatte eigentlich mit dem Zwang dahinter bei der Schullektüre kein großes Problem. Eher fand ich es super, etwas für die Schule machen zu müssen, was ich ohnehin für mein Leben gern getan habe: lesen. Natürlich haben mir nicht alle Bücher gefallen, die ich für die Schule gelesen habe, aber den Großteil habe ich sehr gern gelesen - und bei meiner Freizeitlektüre greife ich ja auch ab und zu mal daneben und erwische ein Buch, das mir nicht gefällt. So gesehen gehöre ich also eher zu denen, die die Schullektüre gern mochten. :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei mir war es wie gesagt überwiegend der Stil des Autors, der nichts für mich war. Ich denke aber, es spielt auch eine Rolle, ob man sich selbst für das Buch entscheidet oder nicht, inwiefern man es beim Lesen dann wahrnimmt. Gelegentlich kann man einen weniger angenehmen Schreibstil ja auch ausblenden, wenn der Rest stimmt. ;)

      Damit bist du wohl eher eine Ausnahme, aber es freut mich zu lesen! Ich fand auch nicht alles schrecklich, aber richtig Spaß hatte ich nie dabei - leider. Vielleicht auch, weil eben immer der Leistungsdruck im Hinterkopf war, da man ja eine Klausur dazu schreiben musste...

      LG Svenja

      Löschen
  7. Huhu Svenja :)

    So, jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, deinen schönen Beitrag zu lesen und auch zu kommentieren: Das Parfüm haben wir in der Schule weder gelesen noch behandelt (ich schreibe das aber der Tatsache zu, dass wir ja mittlerweile keine Leistungskurse mit 6 Stunden mehr haben, sondern erhöhte Kurse mit 4 Stunden und davor dann mehr - da bleibt einiges an Lektüre auf der Strecke, was irgendwie auch ein bisschen schade ist).

    Biedermeier und die Brandstifter habe ich heute irgendwie das erste Mal gehört, aber der Titel allein macht mich irgendwie schon total neugierig :D
    Der Richter und sein Henker lese ich gerade, weil mir Die Physiker von Dürrenmatt so unheimlich gut gefallen hat. Aber ich bin noch ganz am Anfang und wurde bisher noch nicht so davon abgeholt, mal sehen, wie's noch so weiter geht :P

    Und dann die Drogenbücher xD Irgendwie musste jeder irgendwann um die 8. Klasse über Drogen lesen, oder? Ich meine, irgendwie verstehe ich den Erziehungsgedanken dahinter, aber ich bezweifle, dass irgendeines der Bücher, die wir gelesen haben, abgeschreckt hat. Die meisten haben einfach nur genervt, weil gutbürgerlich, aber irgendwie nicht tief und auch nicht richtig ehrlich, nervt generell, wenn man sich mit einem Thema beschäftigen muss. Ich weiß ja nicht, wie eure so waren, aber bei uns war das definitiv der Fall :D

    Liebe Grüße,
    Antonia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Antonia!

      Aus meiner Sicht hast du damit nichts verpasst. ;P
      Ich habe das Buch in der Berufsschule für`s Fachabi gelesen, aber Das Parfüm war die erste von nur 2 Lektüren, die wir auf der Berufsschule behandelt haben und die andere war Kafkas Verwandlung, was mir auch nicht gefiel...

      Ich muss mich hier korrigieren. Eigentlich heißt es Biedermann und die Brandstifter, hatte ich falsch im Kopf. xD
      Es handelt sich dabei eigentlich um ein Stück und es geht um ein ernstes Thema, aber ich fand es damals herrlich komisch.

      Ja die Drogenbücher, wie habe ich sie gehasst. Wie du schon sagst, steckte so ein erzieherischer, abschreckender Gedanke dahinter, aber das hat niemand ernst genommen und mich hat's total genervt. Mein Interesse an Drogenkonsum war noch nie existent und zugleich gab's damals in meiner Klasse ziemlich viele Mitschüler, die nicht nur rauchten, sondern auch ständig kifften und wahrscheinlich nicht nur das... Die haben bestimmt innerlich gelacht und mir hing es zum Hals 'raus in diese Richtung belehrt zu werden, weil ich eh nie vorhatte irgendwas zu nehmen. Ich trinke heute nicht mal Alkohol und bin immer Nichtraucherin gewesen - mit Überzeugung. Aber das hat nichts mit diesen Büchern zu tun. ;D

      LG Svenja

      Löschen