Freitag, 17. Juni 2016

Classic Confessions #3 - Bevorzugt ihr bei Klassikern die Originalsprache oder die Übersetzung?

http://derzauberkasten.blogspot.de/2016/06/classic-confessions-no3-bevorzugt-ihr.html

Bevorzugt ihr bei Klassikern die Originalsprache oder die Übersetzung?

Die Antwort auf diese Frage schien mir erst ziemlich einfach zu sein, aber beim genaueren Nachdenken musste ich feststellen, dass es nicht so ist. ;)

Zuerst muss ich natürlich sagen, dass ich nur zwei Sprachen beherrsche. Deutsch als Muttersprache (logisch irgendwie - ha) und Englisch auf sehr hohem Niveau. In anderen Sprachen kann ich also gar nichts lesen, auch wenn ich hier und da ein paar wenige Worte verstehe. Um ausgerechnet Klassiker im Original zu lesen reicht es jedoch lange nicht.

Ich bevorzuge einerseits das Original, weil man dadurch in einen sehr authentischen Genuss des Buches kommt. Aber ich denke auch, dass man nur schwer die winzigen Feinheiten einer Sprache greifen kann, die nicht die Muttersprache ist, selbst dann wenn man sie sehr gut beherrscht. Irgendetwas entgeht einem vermutlich dennoch.

Bei einer Übersetzung geht wiederum zwangsläufig etwas von Tonalität oder Stil verloren. Aber (!) ich denke dadurch, dass man etwas in der Muttersprache liest, wird sich vieles tiefer einprägen und man ist näher dran. Man kann dadurch das Gelesene auf tieferer Ebene begreifen.

Ich kann mich also nicht eindeutig für oder gegen eine Variante entscheiden. Aber ich kann vergleichen. Austen hat mir im Original besser gefallen, bei Doyle kann ich beides lesen und empfinde es nicht als großen Unterschied. Brontë besitze ich bisher nur im Original und habe es genossen.

Insgesamt würde ich also sagen, ich messe der Sprache eines Buches, bzw. eines Klassikers, nicht so viel Wert bei, dass ich mich klar auf eine Variante festlege. Ich denke vieles hängt von den Autoren ab. Manchmal macht die Übersetzung ein Werk zugänglicher, manchmal entfernt sie sich zu sehr von einem wichtigen Grundton des Autors. Vielleicht ist es ja sogar so, dass sich der Stil mancher Autoren in einer bestimmten Übersetzung besser lesen lässt, weil eine andere Sprache als seine Muttersprache sich besser eignet das Werk zu präsentieren? Aber das geht jetzt zu weit. ;D

Was ist euch lieber? Oder könnt ihr euch da auch nur schwer festlegen?

1 Kommentar:

  1. Huhu :)

    Puh, bei mir kommt es auch erstmal auf die Sprache drauf an. Ich kann noch einen Fitzel Spanisch, etwas Latein - den ersten Halbsatz der gallischen Kriege kann ich gerade noch verstehen :D - und einzelne Worte in Kymrisch, Schottisch, Klingonisch und Hawaiianisch, aber das war's dann auch. In Spanisch reicht es noch für manche Songtexte, ebenso in Latein, aber beim Rest bin ich aufgeschmissen. In Englisch bin ich einen Punkt am Muttersprachlerniveau vorbeigeschrammt im Uni-Einstufungstest, daher würde ich sagen, ich bin recht gut drin, und neuere Bücher machen mir da auch keine Schwierigkeiten. Shakespeare lese ich gern auf Englisch (ich liebe das ganze thy und thou und tho...äh so :D), aber ab und an brauche ich da dann doch eine kleine Interpretationshilfe, weil ich nicht genau weiß, wie ein Wort jetzt gemeint ist.

    An andere Klassiker habe ich mich, zumindest auf Englisch, noch gar nicht herangewagt. Dickens, Austen und Lewis liegen noch unangetastet auf meinem SUB. Aber einen Klassiker werde ich sicher nicht im Original lesen: The Art of War. Sorry, aber ich kann nicht mal heutiges Chinesisch, das von vor 2000 Jahren ist nun wirklich nicht mein Fachgebiet.

    Also wie bei allem im Leben: Kommt ganz darauf an.

    LG
    Taaya

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