Montag, 25. Juli 2016

Montagsfrage: Hat sich dein Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?

Diese Frage fiel mir beim Lesen eines Artikels in einer Zeitschrift ein. Es ging darum, dass die meisten Menschen immer häufiger nur noch überfliegen oder Texte nicht zu Ende lesen, da sich durch die Digitalisierung unser Leseverhalten verändert hat.

Dabei fiel mir leider auf, dass es tatsächlich stimmt...zumindest bei mir. D:

Also: Ja, mein Leseverhalten hat sich geändert. Durch WhatsApp etc. bin ich so daran gewöhnt kurze Nachrichten zu lesen, bei denen es tatsächlich meist reicht sie zu überfliegen, dass mir für längere Texte die Geduld schleichend abhanden kommt.

Mir fällt es schwerer mich zu vertiefen. Vor allem, wenn die Handlung mich nicht von Anfang an packen kann (was nicht grundsätzlich immer schlecht ist, es hängt vom Aufbau und Stil ab). Ich merke dann beim Lesen, wie meine Gedanken abschweifen oder ich ungeduldig werde. Das ist ein Verhalten, das bei mir früher nie vorkam und welches ich nur der Digitalisierung und dem dadurch veränderten Leseverhalten zuschreiben kann.

Auch war ich früher ein Fan dickerer Bücher. Oder wenn nicht Fan, dann hat mich die Dicke eines Buches zumindest nie vom Kauf abgehalten. Inzwischen ist das anders. Wenn es länger als 500 Seiten ist (bei Autoren, die ich noch nicht kenne), zögere ich oft, weil ich denke: Och nö, damit bin ich ja ewig beschäftigt.

Das finde ich ehrlich gesagt etwas erschreckend und es gefällt mir auch überhaupt nicht. Es zeigt nämlich, dass die Aufmerksamkeitsspanne sinkt und wenn mich also die ersten paar Seiten eines Buches nicht gleich total überzeugen, lässt [bei mir] das Interesse viel schneller nach, als das früher der Fall war.

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch Veränderungen festgestellt?


Kommentare:

  1. Huhu,

    es ist ein Thema, dass mich auch aktuell ziemlich stört. Diese Digitalisierung. Gerade auch bei der jüngeren Generation. Die kennen ja praktisch nichts anderes. Und manche, die aus der älteren stammen passen sich aber so extrem dieser Form an, dass sie praktisch auch nicht mehr ohne können. Ich versuch das immer noch so gut es geht zu vermeiden. Wenigstens beim Handy.

    LG Corly

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    1. Huhu,

      ich glaube bei mir hat es u.a. auch berufliche Ursachen. Ich bin da sehr auf die digitale Welt angewiesen und in sie eingebunden. Und da komme ich auch nicht so einfach 'raus. Dies dann vom Privatleben, bzw. dem privaten Lesen fernzuhalten ist offenbar für mich nicht so leicht, da es sich schon ziemlich eingeschlichen hat. Jüngere Generationen sind natürlich da noch extremer, aber da es allgemein aktuell eine Rückbesinnung auf "alte" Werte gibt, denke ich die Jüngeren könnten uns da noch überraschen. ;)

      LG Svenja

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    2. okay, das ist dann natürlich was anderes. Da kann man nichts machen.

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  2. Liebes Buchfresserchen,

    wenn ich mich mit einem Buch hinsetzte und zu lesen anfange, dann mach ich das in Ruhe und voll umfänglich. Ich möchte alles lesen, jeden Satz verstehen und in der Lage sein zu hinterfragen, das kann ich nur, wenn ich sehr bewusst lese. Ein oberflächliches Überfliegen ließe die Handlung auf der Strecke und der Griff zum Buch wäre unwichtig geworden. Insofern beeinflusst mich die fortschreitende Digitalisierung nicht beim Bücherlesen.

    Herzlichst,

    Nisnis

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    1. Huhu!

      Das freut mich wirklich! Mir gefällt bei mir überhaupt nicht, dass sich mein Leseverhalten verändert hat. Ich möchte wieder dahin zurück finden, wo ich früher war, ähnlich wie du es beschreibst. ;)

      LG Svenja

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  3. Mir geht es genauso. Meine Aufmerksamkeitsspanne ist praktisch nicht mehr vorhanden und das ist echt schrecklich. Beim Lesen ertappe ich mich auch dauernd dabei, nach meinem Handy zu greifen. Nicht mal aus einem bestimmten Grund, sondern einfach nur so, weil man es einfach gewohnt ist. Oder ich höre einfach schnell wieder auf um etwas anderes zu machen, auch wenn das Buch super ist.
    Selbst bei Blogposts merke ich oft, dass ich nur überfliege oder den Text mittendrin abbreche und einfach nicht zu Ende lese, weil ich keine Lust mehr habe, da kann der Artikel noch so gut sein. Ich versuche schon, das bewusst zu ändern und mir wieder anzugewöhnen, mir dafür Zeit zu nehmen, aber das klappt leider nur so mittelgut.

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    1. Hi Jacquy!

      Irgendwie bin ich froh nicht die Einzige zu sein. Andererseits ist das natürlich kein gutes Zeichen. Ich versuche auch es mir wieder abzugewöhnen, aber das ist einfach nicht so leicht. Wir leben nun mal in einer hektischen, digital geprägten Zeit und man kann sich dem nunmal nicht ganz verschließen.

      LG Svenja

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    2. Genau das ist wohl das Problem. Es geht vielen so und dadurch wird das schon wieder als normal angesehen, was echt erschreckend ist. Das muss man sich wirklich mal bewusst machen und auch vor Augen halten, damit man da immer mal drauf achtet.

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  4. Ich bin auch wieder mit dabei :) Schöne Frage :)

    Tintengrüße von der Ruby

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  5. Hallo liebe Buchfresserchen

    Wirklich eine schöne Frage die dir da in die Hände gefallen ist. Bei mir ist es so, dass ich die Digitalisierung nur zum stöbern und kaufen nutze. Bis heute bin ich ein Fan dicker Bücher 500+ und freue mich jedes Mal wie ein Kind darauf.

    Manchmal ist es schwierig und das Handy ist irgendwie ja doch in der Nähe, aber ich mache es mir beim Lesen bequem und das blöde Handy wird dann auf Lautlos gemacht. Sonst klingelt es dauernd (wer hat dieses Ding eigentlich noch mal erfunden? *etwas schmunzel* Nein es ist ja auch eine Hilfe. doch beim Lesen stört es einfach) und das muss ich nicht haben.

    Manchmal fällt es mir eher schwer einen Text zu lesen und dann zu denken: Was das wars schon?
    Aber ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass es in der heutigen Zeit schwer ist nicht nach dem Handy zu greifen.
    Positiv aufgefallen ist mir in den letzten Monaten allerdings, dass trotz den ganzen Ebooks und Möglichkeiten am Handy viele Kinder/ Schüler wieder nach einem Buch greifen *_* Das hat mich gefreut.
    Hab meinen Beitrag oben auch verlinkt ^^ Bis nächste Woche
    Gruß
    Flocke ;)

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    1. Huhu!

      Wie schön, dass du noch kein Opfer der Digitalisierung bist, was das Lesen betrifft. ;D

      Ich freue mich auch immer, wenn ich junge Kinder mit Büchern sehe. Ein Grund, warum ich auch glaube, dass das Papierbuch nie ganz verschwinden wird. :)

      LG Svenja

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  6. Da bin ich auch endlich mal wieder am Start, schöne Frage! :)
    Liebe Grüße
    Selina von Bilder-Buch-Leben

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  7. Ich kann das Thema nich so gut greifen - in welcher Zeitung hast du den ARtikel gelesen?

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    1. Hallo Evy, das war der Artikel zum Thema Slow Reading im aktuellen Flow Magazin.

      LG Svenja

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  8. Mein Leseverhalten hat die Digitalisierung positiv verändert: ich lese mehr, ich lese selektiver.
    LG
    Sonja (lange Antwort auf meinem Blog)

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    1. Hi Sonja,

      das finde ich echt super! Irgendwie schön zu wissen, dass es auch positive Auswirkungen gibt. ;)

      LG Svenja

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