Mittwoch, 26. April 2017

Rezension: Selkie

Titel: Selkie
Autorin: Antonia Neumayer
Genre: Fantasy, Abenteuer, Jungendroman
Verlag: Heyne
Seitenzahl: ~ 510

Inhalt
Kate lebt mit ihrem Bruder Gabe und ihrem Vater auf einer schottischen Insel. Eines Tages tauchen im Hafen drei Fremde auf, die Gabe mitnehmen möchten. Zu Kates Überraschung willigt ihr Bruder ein, ohne ihr zu erklären warum. Also schleicht sich Kate heimlich auf den Kutter der Fremden, um herauszufinden, was eigentlich vor sich geht und was die Männer mit Gabe vorhaben. Bevor sie an Bord entdeckt wird, muss sie jedoch mit dem geheimnisvollen Ian ins kalte Meer springen, um zu fliehen und taucht damit ein in eine Welt, die ihr bis dahin völlig unbekannt war und ihre Sicht auf die Dinge gehörig durcheinander bringt.


Meinung
Schottland, das Meer und der Titel Selkie - mehr war nicht nötig, um mich neugierig auf dieses Erstlingswerk von Antonia Neumayer zu machen.

Kate lebt mit ihrem Bruder, ihrem Vater und einigen Schafen in der kleinen Inselgemeinde Orkney und es sind Sommerferien. Doch dann bringen die Fremden ihr Leben plötzlich völlig durcheinander, weil sie ihren Bruder Gabe, ohne das dieser sich dagegen wehrt, einfach mitnehmen. Eine Erklärung bleiben ihr sowohl Gabe als auch die Männer schuldig, also nimmt Kate die Sache selbst in die Hand, packt ein paar Sachen zusammen und versteckt sich auf dem Kutter der Männer, um herauszufinden was sie mit ihrem Bruder vorhaben.

Da taucht Ian auf dem Kutter auf und Kate bleibt keine Wahl als ihm durch einen Sprung ins Wasser zu folgen, damit man sie nicht entdeckt, als auf einmal Schüsse fallen. Ihre Sorge um Gabe wächst, aber Ian bietet ihr einen Handel an: Er hilft ihr Gabe zurückzuholen und sie spioniert dafür die Männer und ihre seltsame Organisation aus. Ungewollt befindet sich Kate nun zwischen den Fronten eines ewig währenden Krieges, aber sie ist fest entschlossen Gabe zu helfen.

Kate ist eine sympathische, starke Figur. Sie stellt sich ihren Ängsten, um ihrem Bruder zu helfen und entdeckt dabei ungeahnte Stärke in sich selbst, während sie nach und nach die Welt der Fabelwesen aufdeckt. Mit Ian hat sie anfangs ein etwas holpriges Verhältnis, doch Ian hat das Herz am rechten Fleck und möchte unbedingt einen Weg finden den Krieg endlich zu beenden. Allerdings ist er gezwungen sein Geheimnis vor Kate zu verbergen und gerade als die beiden sich angefreundet haben, findet Kate die Wahrheit heraus. Nun ihr Vertrauen zurückzugewinnen kann der entscheidende Faktor im Kampf gegen die Organisation sein.

Ein Kommentar von Autorin Anne Freytag auf dem Buchcover beschreibt eine unglaubliche Sogwirkung der Handlung von Selkie und ich kann dem nur zustimmen. Der Schreibstil ist flüssig, man weiß nie so genau, was passieren wird, auch wenn man gewisse Vermutungen hat und auf den letzten 150 Seiten wird das Tempo durch reichlich Action nochmal ordentlich angezogen.

Fazit
Wer gerne eine Geschichte über Fabelwesen lesen möchte, die auf Schottlands Inseln und im Meer erzählt wird, kann mit Selkie nicht viel falsch machen. Es bleibt stets spannend und ich habe das Buch nahezu in einem Rutsch durchgelesen. Die Figuren sind mal mehr und mal weniger sympathisch, aber selbst die Nebenfiguren sind interessant. Kate und Ian als Hauptfiguren haben mir sehr gefallen und auch, dass die Autorin von einer Romanze zwischen den beiden abgesehen hat. Zwar deutet sich zum Ende hin etwas in diese Richtung an und auch andere Hinweise lassen vermuten, dass ein 2. Band nicht ausgeschlossen ist, aber insgesamt ist die Geschichte in sich abgeschlossen. Ich persönlich hätte mir gelegentlich zwischendrin etwas mehr Action gewünscht, aber alles in allem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt - Antonia Neumayer ist hier mit ihrem Erstlingswerk eine schöne, runde Geschichte gelungen, die ich gerne weiterempfehle!

★★★★☆

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen