Sonntag, 8. Oktober 2017

Rezension: Die Perfekten

Titel: Die Perfekten
Autorin: Caroline Brinkmann
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Verlag: Lübbe One
Seitenzahl: ~ 608

Inhalt
Rain lebt mit ihrer Mutter im Verborgenen in Grey. Sie ist ein Ghost und existiert außerhalb des strengen Systems, immer auf der Flucht. Die Welt wird beherrscht von den Gesegneten - perfekten Menschen ohne jeglichen Makel. Ihren Status nutzen sie zur Unterdrückung der Menschen mit verschiedenen, genetischen Defiziten. Doch Rain ist müde von einem Leben ohne Freunde und als sie Lark begegnet, bricht sie die wichtigste Regel von sich und ihrer Mutter: Vertraue niemandem!




Meinung
Sobald ich den Klappentext gelesen hatte, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Natürlich ist das Grundgerüst nicht unbekannt: Eine düstere Zukunft, in der sich ein Teil der Menschheit als Herrscher aufgeschwungen hat, um mit eiserner Hand all jene zu unterdrücken, die den gestellten Anforderungen nicht genügen. Dennoch hat sich beim Lesen von Die Perfekten eine ungemeine Sogwirkung aufgebaut, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven von Rain und Lark erzählt. Während Rain als Ghost gar nicht existieren dürfte und abseits des Systems lebt, ist Lark ein Teil davon. Aber das Leben in Grey - passend zum Namen des Zirkels - kann nicht in Schwarz und Weiß unterteilt werden. Die Menschen, die aufgrund ihres genetischen Erbguts nicht gut genug sind, um es aus Grey hinaus zu schaffen, fristen ein Leben, welches von Luftverschmutzung beherrscht wird. Das System ist streng und nur wenige haben die Chance nach Aventin in die Hauptstadt zu gelangen, in der alles besser ist.

Während Rain sich mit illegalen Arbeiten durchschlägt und mit ihrer Mutter versteckt, kämpft Lark verzweifelt darum sich eine Zukunft außerhalb Greys aufzubauen, um seine Familie zu unterstützen und ist damit einem ständigen Leistungsdruck unterworfen. Als sich die beiden schließlich begegnen, löst dies eine Kettenreaktion von Ereignissen aus, die ihrer beider Leben verändert. Rain erfährt mehr über ihre Herkunft und Lark gerät in einen Gewissenskonflikt, der ihn zu erdrücken droht.

Fazit
Mit Rain hat Caroline Brinkmann eine starke, weibliche Hauptfigur ganz nach meinem Geschmack kreiert. Sie kann auf sich aufpassen, lässt sich nichts gefallen und bleibt sich immer selbst treu. Auch Lark wurde mir immer sympathischer, je weiter die Handlung fortschritt - anfangs war er noch etwas undurchsichtig. Die Nebenfiguren waren ebenso gut ausgearbeitet. Von einigen hätte ich gerne noch mehr erfahren.

Zwar merkte man ab einem gewissen Punkt einige Parallelen zu Die Tribute von Panem, aber die Autorin hat der Handlung eine individuelle, gut durchdachte und vor allem spannende Note gegeben, sodass mir dies zwar auffiel, mich aber nicht störte. Ein großes Plus gibt es außerdem dafür, dass hier völlig auf eine Liebesgeschichte verzichtet wird! Zwar gibt es den ein oder anderen Funken zwischen bestimmten Figuren, aber weiter passiert nichts und der Fokus war nicht darauf gerichtet - das fand ich sehr erfrischend.

Mal von kleinen Schwächen durch die bereit angesprochenen Parallelen abgesehen, liest sich Die Perfekten durchweg flüssig und bleibt spannend bis zum Schluss. Ich hoffe es geht noch weiter und empfehle das Buch mit 4 von 5 Sternen gerne weiter!

★★★★☆

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